Mittwoch, 6. Mai 2009

Amarals in Amsterdam


Während Goncalo Amaral sein Buch in Amsterdam vorstellte, nahm er sich wohl sehr viel Zeit, einer Gruppe von Bloggern und einigen Mitliedern der 3Arguidos , darunter auch KazLux, verschiedene Fragen zu beantworten. Mit Erlaubnis von KazLux gebe ich hier die wichtigsten Fragen wieder:

F: Haben sie die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Madeleine in der Nacht vor dem 3. Mai gestorben ist oder sogar als Mrs. Fenn sie weinen hörte?
A: Natürlich - die Untersuchung beginnt damit, herauszufinden, ob die verschwundene Person überhaupt existierte, und dann, wer die letzte Person war , der sie gesehen hat - die Untersuchung zeigt deutlich dass sie zuletzt gegen 17:30 Uhr gesehen wurde.

F: Haben sie berechtigte Zweifel dass Madeleine am 3. März im Kinderclub war?
A: Überhaupt keine.

F: Glauben Sie dass der Fall sicher bald wiederaufgenommen wird?
A: Wir hoffen, dass er wiederaufgenommen wird, tatsächlich habe ich mein Buch geschrieben um zu verhindern, dass der Fall zu den Akten gelegt wurde, aber es hat nicht geklappt, das Buch kam tatsächlich eine Woche nachdem der Fall geschlossen wurde, heraus. Die Gegenkräfte waren sehr stark.
Im derzeitigen politischen Klima gibt es eine Bewegung hin zur Wiederaufnahme des Falls.

F: Was ist der effektivste Weg für uns Ihnen zu helfen?
A: Einen gewissen Druck spürbar zu machen, über die öffentliche Meinung

F: Ist es denn hilfreich dem Staatsanwalt zu schreiben?
A: Ja, und auch dem Justizminister und den Parlamentsmitgliedern.

F: Hatte der Inhalt der 14 SMS irgendeine Bedeutung für den Fall?
A: Nein. Aber WAS wichtig ist, ist dass sie Anrufe von ihren Handys löschten.

F: Wären die McCanns ehrlich gewesen was einen Unfalltod von Madeleine angeht, was wären die juristischen Konsequenzen in Portugal gewesen?
A: Fast keine. Eine milde Strafe für Vernachlässigung. Vorrausgesetzt die Leiche hätte keine Anzeichen von Gewalt aufgewiesen. In England, wie auch in Deutschland, ist die Strafe für Vernachlässigung von Kindern schärfer.

F: Denken Sie die McCanns wussten das?
A: Sie haben sehr schnell eine Entscheidung getroffen. Es ist gut möglich dass sie über das Gesetz in Portugal nicht Bescheid wussten, aber nicht dass sie das Gesetz in England nicht kannten.

F: Hoffen Sie dass die McCanns Sie verklagen werden?
A: JA! (hier fügte er eine portugiesische Metapher über einen Stierkampf ein, bei dem man erst den Stier in die Mitte der Arena locken muss, bevor der Kampf beginnen kann).

F: Stimmt es, wie im De Telegraaf berichtet wurde, dass eine Injektionsnadel im Apartment gefunden wurde?
A: Nein, das ist nicht richtig. Tatsächlich haben wir überhaupt keine Medikamente gefunden. Überhaupt keine. Ausser Hühneraugenpflastern.

F: Denken Sie die Kinder wurden betäubt?
A: Ohne Zweifel
(Hier erzählte er von einem Vorfall bei dem Kate im August die PJ angerufen hätte mit der Bitte, die Zwillinge auf Betäubungsmittel zu untersuchen. Scheinbar war Kate alleine als sie anrief und ein wenig aufgeregt. Am gleichen Nachmittag rief Gerry an und hat die Bitte zurückgenommen.)

F: Was glauben Sie, bedeutet das Blut hinter dem Sofa?
A: Möglicherweise von einem Wiederbelebungsversuch.

F: Wann glauben Sie ist der Tod eingetreten, wenn man bedenkt, dass der Leichengeruch eine Zeit benötigt um sich zu entwickeln?
A: Leichengeruch entwickelt sich im Moment des Todes, aufgrund chemischer Reaktionen in der Leiche, es bedarf keiner Stunden bevor er sich entwickelt, von einer Hundenase, die sehr empfindlich ist, kann er sehr früh entdeckt werden. Wichtiger ist, dass wir durch die Untersuchung wissen, dass vor dem 3. Mai keiner im Apartment gestorbenist, auch nicht im Auto.

F: Es gab eine Zeitungsmeldung dass die Hunde einer Spur zum Strand folgten, stimmt das?
A: Nein. Mark Harrison hatte einen Plan gemacht, wo die Hunde suchen sollten. Sie durchsuchten alle Apartments, die Villa, die Autos, die Kirche, die Abflussrohre in der Nähe der Kirche, den Strand, Felder, aber die einzigen Spuren, die die Hunde fanden, waren im Apartment und im Wagen der McCanns, an einigen ihrer Kleidungsstücke und an Cuddlecat.

F: Denken Sie dass die Leiche gekühlt wurde? (wahrscheinlich eher eingefroren)
A: Ja. Die Körperflüssigkeiten im Wagen deuten darauf hin. Wäre die Leiche vergraben gewesen, wäre sie mumifiziert. Die Tatsache, dass es Flüssigkeiten gab, deuten auf Kühlen (Einfrieren) hin.

F: Wo glauben Sie wurde die Leiche aufbewahrt?
A: Wir waren gerade dabei das zu verstehen als Ich die Untersuchung verließ. 15 Allele mögen in den Augen des Staatsanwalts nicht schlüssig gewesen sein, aber für die Untersuchung war es ausreichen. Die Leiche muss im Kofferraum des Wagens gewesen sein. Wir wollen wissen, wer den Wagen fuhr, wer hinter dem Steuer saß.

F: Wissen Sie ob Gerry ein Freimaurer ist?
A: Die Polizei untersucht solche Dinge nicht. Es kann sein, aber ich glaube nicht dass es von Bedeutung für den Fall ist.

F: Als Junstine McGuinness verschwand, wollte sie nicht mit der portugiesischen Presse sprechen, was denken Sie, warum nicht?
A: In ihrem Tagebuch spricht Kate sehr schlecht über Justine.
(Frau Amaral: Es gab Probleme zwischen Kate und Justine)
F: Denken Sie Justine wusste, dass etwas nicht stimmte?
A: Ich glaube eher dass Geld das Problem war.

F: Der Daily Express spekuliert, dass Madeleine's Leiche in den Tunnel sein könnte. Was glauben Sie?
A: Diese Tunnel wurden untersucht, wir wüssten das. Letztes Jahr hatte eine englische Dame auf sie hingewiesen.

KazLux fragte Mrs. Amaral ob sie glaube, dass die Leiche im Meer entsorgt wurde. Sie sagte, dass sie trotz allem nicht glaube, dass die McCanns "sie einfach wegwerfen würden" und sie glaubt, dass die Leiche entweder vergraben oder verbrannt wurde.

.........
Vielen Dank an KazLux und die anderen Blogger und Poster von 3A für die tolle Arbeit und die excellenten Fragen. Vielen Dank vor allem auch an Herrn und Frau Amaral, die so lange geduldig Fragen beantworteten ohne dafür auch nur einen Pfennig zu verlangen, HERR BRUNT!!!

Wie man in den Wald ruft so schallt es heraus...


Kommentare:

  1. Many thanks, Johanna, excellent translation.

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  2. Let's hope he will be in Germany soon and the publisher does not let him down. I will try and be there if it is not too far from my home.

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  3. Hoffentlich passiert das in Berlin....
    Danke für Deine Arbeit mit den Übersetzungen, denn gleich der englischen Presse, vermisse ich in deutschen Zeitungen auch den balancierten Report...und die richtigen fragen...
    Indiansummer

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  4. Vielen Dank Johanna, das du so fleisig bist, viele Deutsche, die sich zu dem Thema informieren und kein Englisch können, bekommen so wenigstens unverfälscht die Dinge zu lesen und lassen sich nicht zusätzlich durch den Mist, den die Übersetungstools präsentieren verwirren.

    Grüsse
    Sabine

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