Donnerstag, 2. April 2009

Robert Murat unter der Lupe


Er war der 3. Arguido; auch er hatte ungenannte Summen von britischen Zeitungen erhalten. Und er hat nie Kritik an den McCanns geübt. Gründe genug ihn unter die Lupe zu nehmen. Die PJ taten es auch, und zwar sehr sorgfältig.

Es gibt einiges, das ihn verdächtig machte, nicht nur die Aussagen, die ihn am Abend der Entführung vor Ort sahen, allen voran, die der Tapas. Auch war Lory Campbell nicht diejenige, die als erstes mit dem Finger auf ihn zeigte, denn ein portugiesischer Informant der Polizei berichtete schon einen Tag vorher von seinem Verdacht gegen ihn.

Aber fangen wir am Anfang an. Robert Murat kam nach Portugal am 1. Mai mit einem Flug, den er auch am 1. Mai gebucht hatte. Da der Flug morgens früh startete, und man mindestens 2 Stunden vorher buchen muss, hat er den Flug irgendwann in der Nacht vorher im Internet gebucht. Dies sieht extrem nach einer Spontanentscheidung aus. Selbst für eine Spontanentscheidung ohne Grund ist es sehr kurzfristig. Die Frage ist also ob es einen dringenden Grund gab, Hals über Kopf nach Portugal zu fliegen, zumal er für den 14. bereits wieder einen Artztermin vereinbart hatte in England. Leider gibt es in den Akten keinen Hinweis auf Telefonate, die er in England geführt oder erhalten hat. Der Flug am 1. Mai steht allerdings ausser Zweifel, da es eine Zeugin dafür gibt, die sich bei der Polizei gemeldet hatte.

Nachdem er in Portugal angekommen war, hatte er ein Treffen mit Sergej Malinka, von dem wir allerdings nicht wissen, wie die Verabredung dazu entstanden ist, da es keine Telefonverbindung zwischen den beiden gab. Auch nicht zwischen Michaela Walzcuch und Sergej Malinka. Auch das Datum dieses Treffens gibt Anlass zu Zweifeln. SM behauptet RM am 30. April getroffen zu haben und das Treffen am 29. April telefonisch vereinbart zu haben. Da war aber RM noch in England. RM erwähnt das Treffen mit SM überhaupt nicht bei seiner ersten Befragung, und erklärt das später mit einem Kater am betreffenden Tag. In seinem 2. Interview behauptet er SM am 2. Mai gegen 9:35-11:00 am Baptista Supermarket im Cafe getroffen zu haben. Michaela Walzcuch dagegen spricht am Anfang vom 3. Mai und ändert das später auf den 2. Mai ab, nachdem sie offensichtlich mit Murat gesprochen hat. Interessant ist hierbei, dass Gerry McCann am 3. Mai morgens um die gleiche Zeit im Baptista Supermarket ist, um "Milch zu kaufen" und dabei wohl ca. eine 3/4 Stunde "Freizeit" hatte vor seiner Tennisstunde. Auch David Payne ist an diesem Morgen "unauffindbar". Angeblich am Segeln aber nicht bestätigt.

Weitere Diskrepanzen in seinen Aussagen, sind einmal, dass er das Telefonat mit Sergej Malinka am Abend des 3. Mai erst auf Nachfrage in der 2. Befragung erwähnte und dass er auf seinem Rechner wohl Verschlüsselungssoftware installiert hatte, mit der er sich aber nicht auszukennen schien.

Kritisch ist auch ein abgehörtes Telefonat zwischen RM und einem englischen Polizeibeamten, der die Familie kennt und seit Jahren Urlaub in PdL machte. Darin befragt RM ihn ausführlich darüber, ob man per Antennentriangulation den genauen Standpunkt des Telefons auf ein paar Meter genau ausfindig machen kann. Er begründet das mit dem Wunsch, zu bestätigen, dass er am 3. Mai nicht im Ocean's Club war. Allerdings ist das von seiner Seite her verständlich, von Seiten des Polizisten allerdings nicht.

Seine Verbindungen nach Exeter sind bekannt. Seine Schwester, bei der er oft lebt, wenn er in England lebt, wohnt in der Nähe von JT and ROB, die wiederum Nachbarn von James Gorrod und Familie sind, die ebenfalls zu der gleichen Zeit in PdL Urlaub machten.

Obwohl ich nicht glaube, dass RM mit dem Verschwinden von Madeleine direkt etwas zu tun hat, gibt es doch Hinweise, dass er zumindest am Rande darin verwickelt sein könnte. Erstaunlich ist auch seine nie wechselnde Ansicht, dass Madeleine entführt wurde. Nie gab es Kritik an den Eltern und seine Position beim Übersetzen fast aller Aussagen der Mitarbeiter des Ocean Club's inklusive von Catriona Baker haben ihn in die Lage versetzt, sehr viele Informationen sehr früh zu sammeln.

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