Freitag, 15. Januar 2010

Die letzten 3 Tage


Zum eigentlichen Thema des Prozesses kann ich wg. mangelnder juristischer Kenntnisse wenig sagen, daher beschränke ich mich auf den Nebenkriegsschauplatz. Der erste Tag war wohl der katastrophalste Tag seit die McCanns die englischen Zeitungen mit Verleumndungsklagen zum Schweigen gebracht hatten. Eine Menge der Hauptanschuldigungen gegen sie wurden von den Zeugen für Amaral wieder hervorgekramt:

- Der Staatsanwalt zuständig für die damalige Untersuchung sagt aus, dass die McCann bzgl. der Überprüfung ihrer Kinder gelogen hätten. Dies sei nicht wie angegeben jede halbe Stunde passiert. Da muss sich doch jedem Logiker sofort die Frage stellen, warum am 3. Mai nicht nur jede halbe Stunde, sondern in etwa alle 10 Minuten jemand nach den Kindern der McCanns gesehen hat. Das deutet doch dann ganz stark auf eine Inszenierung hin.

- Der gleiche Staatsanwalt schätzt allerdings heute die Wahrscheinlichkeit, dass Maddie noch lebt mit "50/50" ein, obwohl er damals in seinem Abschlussbericht schrieb, dass es wahrscheinlicher wäre, dass sie tot sei. Dies ist ein Schlag für den aktuellen Prozess aber seine vorherige Aussage ein Schlag für die damalige Untersuchung.

- Die abgefangenen SMS wurden von ihm noch einmal ins Spiel gebracht. Da keiner ausserhalb der PJ die Inhalte kennt, ist hier viel Raum für Spekulationen gegeben. Sicherlich sollte diese Aussage die Rechtmäßigkeit der "Arguidisierung" bekräftigen.

- Der Bericht von Tavares de Almeida ist nun in aller Munde und es kann kräftig danach gegoogelt werden. Sein Schluss, dass Maddie im Apartment gestorben und die Eltern die Leiche versteckt haben, ist nun einmal schriftlich in den Akten vermerkt und sind die Basis für Amarals Buch.

- Der induktive Beweis für den Tod von Madeleine sind die Hunde. Dies wird von allen Zeugen noch einmal sehr deutlich hervorgehoben. Merkwürdigerweise scheint es immer noch Leute zu geben, die nichts von den Hunden gewusst haben. Dies scheint damit behoben zu sein.

- Die Anwältin der McCanns kontert mit einer völlig unlogischen Behauptung, dass nämlich die vielen "Sichtungen" von Madeleine ein Beweis dafür seien, dass sie noch lebe. Dies ist so lächerlich, dass ich mich des Fremdschämens hingeben musste vor meinem Rechner.

- Tavares de Almeida erhebt schwere Vorwürfe gegen die Mitarbeit der britischen Polizei und gegen das forensiche Institut. Informationen wären vorenthalten worden (über die McCanns gab es nur eine einzelne DIN A4 Seite an Informationen) und es wäre lächerlich von Verunreinigungen zu sprechen, wenn Techniker des Labors selbst die Proben genommen hätten.

- Ricardo Paiva sagt aus, dass Scotland Yard als erste von MORD gesprochen hätten. Dumm nur dass der zuständige Mann von Scotland Yard nicht zur Anhörung kommen durfte. Eine klare Behinderung der Justiz von Seiten der Engländer.

- Paiva bringt noch einmal die Merchandising Aktionen und die Publicity in Erinnerung, die ihrer Meinung nach den Tod Madeleines im Falle einer Entführung beschleunigt hätten. (jaja die geschmackvollen Wristbands...)

- Die physische Unmöglichkeit einer Entführung aus dem Fenster heraus wird noch einmal deutlich.


Teile dieser schweren Anschuldigungen schafften es dann tatsächlich in die britische Presse am ersten Tag, was sich zu einem Desaster für die McCanns hätte auswirken können. Daher musste die Prozessberichterstattung möglichst oft mit einer spontanen Presseerklärung unterbrochen werden. Die nichtssagenden Aussagen der McCanns (there is aaaaaaabsoluuuutely no evidence...) verdrängten dann die harten Fakten erwartungsgemäss am nächsten Tag. Aber das reichte den McCanns noch nicht. Amaral musste der gewonnenen Sympathie wieder vollständig beraubt werden. Wer nun genau dem Heimatsender der McCanns, der BBC East Midlands, den Floh ins Ohr setzte, Amaral hätte "Fuck the McCanns" gesagt, obwohl er kein Englisch spricht und sowas in seiner ruhigen Art auch nie gesagt haben könnte, ist nicht sicher. Die Tatsache, dass dieser Bericht kurz nach der überraschenden Rückkehr von Gerry nach England erschien, gibt mir zu denken...

Mitlerweile sind fast alle Hinweise auf die "dirty deed" der BBC verschwunden und der Daily Star klärte das Missverständnis sogar auf, aber in einem Kampf "Fakten gegen PR" haben die McCanns mal wieder mit Hilfe der übelsten Tricks gewonnen.

Kommentare:

  1. Zum Schutz meines Blogs musste ich leider ein Wort in folgendem Kommentar unkenntlich machen. Alles andere ist unverändert.

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    Lassen wir, die wir mccannkritische Medien lesen, uns nicht einlullen vom Glauben, die Wahrheit sei auf dem Wege zum völligen Durchbruch. Fakt, die Medien mit den höchsten Einschaltquoten, Klickrates und Auflagen blasen noch immer ins Horn der mutmaßlichen(korrekt von mir formuliert, gell!) XXXXXXXXX McCann. McMafia, inklusive Spindoctor Mitchell, arbeiten weiter, wie gehabt, an der Gleichschaltung der Öffentlichkeit. Lügen und Verleumdungen sind dabei ihre chirurgischen Instrumente. Peinlich, derzeit werden die studierten Ärzte McCann von der Lumpenjournaille hofiert, die seriöse schlägt durchaus kritische Töne an. Dr. Gerry McCann kann jeden Morgen zur Arbeit und am Abend zu Vorträgen erscheinen mit den Dreksblättern Sun und Mirror unterm Arm, um seine geistige Überlegenheit zur Schau zu tragen, hihihi! Ja, wer mit den Kindsmördern Cipriano buhlt!
    M.
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  2. Scheinheiligkeit grassiert unter McCanns und einer gewissen brit. Journaille!

    Sind wir doch mal ehrlich, das ordinäre engl. F---wort, das Amaral gebraucht haben soll gegen McCanns, ist doch gerade in den Leserkreisen, die solche Lumpenblätter, wie Sun und Mirror gläubig lesen, nicht selten.

    Sun und Mirror sollten nicht heucheln! Ihre verbalfäkalen Schlagzeilen sind häufig so grob, daß man diese Blätter oft noch nicht mal mit der Kneifzange anfassen kann. Ganz davon abgesehen, daß Amaral das F...wort gar nicht gebrauchte. Tatsächlich hat er in seiner Muttersprache, Portugiesisch, gesagt:

    >>My Beeb colleague accused him of saying "F*** the McCanns" in an alleged off-guard moment when we all followed him out of court the other day.

    What he actually said was "Fala com McCanns" which means "Ask the McCanns".<< (SK, Martin Brunt)

    Auch aktuell, in den allerselben Artikeln(Mirror:"Ranting Rat", Sun: "Vile Cop") in denen sie Amaral den angeblichen Ausrutscher vorwerfen, scheuen sich genannte Schmutzblätter wiederum nicht, Amaral mit bösen Schimpftiraden zu überhäufen, wohl wissend, daß er sie in GB verklagen müßte. Anscheinend sind dort die Anwälte alle feige und oder McCanns hörig.

    M.

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  3. Es ist zum Weinen mit Haiti. Hoffentlich fliegen die vielen Journalisten nicht nur zum Labern und mit leeren Händen hin, sondern bringen wenigstens Wasser, Essen und Medikamente mit, nicht nur für sich selbst.

    Ob wohl McCanns, ebenfalls Labertaschen, nachkontrollierbar, spenden?
    100.000 Euro könnten sie doch mal eben ´rausrücken!
    Nein? Brauchen sie die ganze Kohle für ihren Rachefeldzug gegen Amaral und die Wahrheit?

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  4. Ich weiss zwar jetzt nicht was Haiti hiermit zu tun hat, aber gut. Die ganzen Spendenaktionen und Betroffenheitsaktionismen sind meiner Meinung nach nur ein Ventil für die Massen. WICHTIG wäre eine Erlassung der 890 mio dollar Schulden für den bankrotten Staat.

    http://one.org/international/actnow/haiti/?rc=haititw

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  5. http://www.findmadeleine.com/updates.html

    Gerry:
    "...

    The dogs: We realise that the behaviour of the dogs was the turning point in the investigation for the PJ. The use of dogs has proved to be problematic and unreliable in previous cases

    (please refer to the Jersey ‘Haut de La Garenne' case and other research published about their use and reliability). It is vital to note that alerts by such dogs are classified as intelligence rather than evidence, as police officers familiar with their use will verify. These alerts must be supported by forensics in order to be used as evidence. The results of the forensic examinations did not identify any blood or Madeleine's DNA. To suggestor use the dogs´ reactions as evidence is simply wrong and abusive.
    ..."

    Er sollte sich schämen, die wirklichen Vorkommnisse auf Jersey zu leugnen! Hat er noch ein anderes Interesse daran, als nur die Hunde schlecht zu machen? Sollen wir mal seinen besten Freund Dr. Kinderbader fragen?

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  6. Dieses letzte update des blogs stammt von Kate.

    Und einen Dr. Kinderbader kenn ich nicht nur einen Dr. Alleged-Kinderbader

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  7. Ich kann nirgendwo erkennen, daß dieses Update Kate geschrieben habe. Wenn, ist es eh egal, sie werden sich schon absprechen, evtl. auch mit Mitchell, Duarte und anderen Beratern, was ihre offizielle Linie in den Medien sein soll.
    Nicht, daß ich Kate verschonen möchte...

    Ich spielte auf Dr. David P. an.

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  8. Arme Johanna, nun nutzt M. dein Blog um ihre Weißheiten weiterzuverbreiten, hat nicht genug damit bei der saz rumzuätzen und dort die Schreiber zu verjagen, wegen ihrer raumfüllenden und verleumdenden Art und Weise, pass auf, SIE wirst du nie wieder los !

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  9. Ich dachte eigentlich dich wäre ich losgeworden, aber aus Vielfältigkeitsgründen bin ich natürlich froh dass das nicht so ist :)

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  10. Johanna- bist du Dir sicher, das Mitchell noch mitspielt ?
    Jeder normal Denkende hätte wohl von so einem Prozeß abgeraten.Als PR mann jedenfalls.Es sei denn, es steckt die Absicht dahinter, die br. Boulevardpresse erneut zu verklagen, um den schier unersättlichen Fund erneut zu füllen. By the way- wo bleibt eigentlich dieses ganze geld ? Mittlerweile sind ja nun Millionen verschwunden.Und nun soll bitte keiner erzählen, das wäre für die Suche ausgegeben worden- vermutlich wäre dann ganz Portugal schon einmal umgeschaufelt.^^
    Netter Nebeneffekt dieses Prozesses- für den, der dieses Buch noch nicht kannte, wird es jetzt beinahe ein Muß, es zu lesen.Bessere Werbung kann es nicht geben.
    Und noch eines- bei amazon erhältlich ist eine Version der McC-geschrieben von einem Fan-Club der ach so verantwortungsvollen Eltern- wieso verbietet eigentlich keiner dieses Buch ?Das sind nun die reinen Lügen...

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  11. Amazon hab ich die Freundschaft gekündigt, nachdem die mich am Telefon angelogen haben über die Gründe der Herausnahme des Buches. Ich empfehle jedem, das Gleiche zu tun.

    Die Presse kann nicht verklagt werden bzgl. Berichte über den Prozess. Die Aussagen, die gedruckt wurden sind alle im Prozess gefallen.

    Ich glaube, dass die Front der Unterstützer von Seiten der Regierung bröckelt und dass der pinke evtl. rausgezogen wurde. Momentan spitzt es sich zu....

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