Donnerstag, 11. November 2010

Verzweiflung


Angeregt durch die Diskussion über die Übersetzung und Bedeutung des Wortes "Review" bin ich zu Überlegungen gekommen, die rein spekulativ aber hoffentlich interessant sind.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass dieser "Review" dazu gedacht war, die portugiesische Untersuchung zu diskreditieren und eine britische Untersuchung anzustreben, die die Eltern dann von allem Übel freisprechen sollte.

Meine Meinung hat sich aber dramatisch geändert, so dramatisch wie die Bemühungen um diese "Review" sich gesteigert haben. Die steigende Verzweiflung zeigt sich in jedem Pressephoto aber noch mehr in ihren Äußerungen in der Presse und ihren Handlungen.

Beschimpfungen führender Politiker inklusive des Premierministers zeugen von einer Position mit dem Rücken zur Wand. Wer sich noch Hilfe von dieser Seite erhofft, bricht nicht alle Brücken ab zu denen, die sie bringen könnten. Der letzte verzweifelte Versuch mit erhofften 100.000 Unterschriften aus der nicht überprüfbaren Petition die Regierung unter Druck zu setzen wird eben an dieser fehlerhaften Petition scheitern. Nicht umsonst hat die britische Regierung eine eigene seriöse Petitionsseite für solche Anliegen.

Was steckt hinter dieser Verzweiflung? Befürchten Sie vielleicht eine kurz bevorstehende Wiederaufnahme des Falles in Portugal oder sogar die Eröffnung eines Verfahrens was nur mit neuen Beweisen denkbar ist. Dann brauchen sie wirklich dringend diese neuen Beweise um diese in altbewährter Manier bereits vorab zu verwässern, verfälschen, verlachen, verdrehen.

Und dann kommt Goncalo Amaral, der Mann den sie wie keinen hassen und zu vernichten versuchen und spricht in seiner ruhigen, hintergründigen Art von Überwachungskameras und einem verfallenen Haus auf der Route der Smith Sichtung. Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Er ist am Zug, er deutet an, winkt mit dem Zaunpfahl und stichelt mit diesem Artikel im Sunday Express.

Die Panik wird größer. Es geht tatsächlich nicht mehr nur um die Diskreditierung der Portugiesen sondern um Fakten aus den Akten die Ihnen nicht bekannt sind. Was sind die neuen Beweise?

Aber woher wissen sie überhaupt von evtl. neuen Beweisen und warum wissen sie nicht was diese sind? In der Presse wurde ja mehrfach berichtet, dass Jim Gamble bereits eine Art Review im April durchgeführt und an den damaligen Innenminister geleitet hatte. Die Leicestershire Polizei wurde beschuldigt Fehler gemacht zu haben. Haben genau diese die Herausgabe und Einsicht in alle verfügbaren Dokumente verweigert? Wäre Alan Johnson an der Macht geblieben hätte eine andere Polizei die Ermittlungen übernommen und die Dokumente der Leicestershire Polizei wären an diese gegangen und Gamble hätte wahrscheinlich Einblick erhalten.

Letztendlich ist also Gordon Brown selbst, mit seiner katastrophalen Wahlniederlage, daran schuld, dass sich der Fall, dem er so viel persönliche Aufmerksamkeit widmete, jetzt die Eltern in die Verzweiflung treibt.

Kommentare:

  1. Hallo Johanna,

    ich würde sagen, Volltreffer der gelungensten Art und Weise!!! Bravo! Die Verzweiflung ist nicht erst seit zurückgenommenen Buchverbannung zu spüren. Das fing schon kurz nach den Wahlen an, weil sie nicht mehr wußten, woran sie waren. Deshalb war es lange Zeit sehr ruhig. Aber die Verzweiflung der McCanns wird jetzt sehr sehr deutlich, was mich sehr beruhigt. Da haben die Eltern ja doch noch Gefühle und sind nicht so eiskalt, wie es rüber kam.

    LG Sibylle

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  2. Hallo Johanna,
    ich glaube, dass deine Überlegungen richtig sind.
    Ich glaube, in Portugal ist "was im Busch".
    Hoffentlich!
    Was wir alle gehofft haben, nämlich, dass ein Regierungswechsel in UK eine Änderung ergibt, scheint nun einzutreten.
    Die McCanns bewegen sich momentan auf megadünnem Eis. Deshalb betteln sie auch um mehr Geld für den Fonds, denn nur durch Geld konnten sie das Kartenhaus bisher vor dem Einsturz schützen.
    Aber nun brennt es an vielen Fronten und wenn Kevin Halligen in die USA ausgeliefert wird, wer weiß, was da noch ans Licht kommt. Dann müsste Mr. Gerry eventuell in den USA auch nochmal Top-Anwälte und alle möglichen "Elemente" bezahlen. Ärgerlich ist weiterhin, dass die britischen Medien ihre pro-Mccann Linie verfolgen.
    Fragt sich nur, wie lange noch?

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