Donnerstag, 11. Juni 2009

Indizien


Vom ersten Tag an war es oberstes Ziel der McCanns alle möglichen Indizien und Zeugen für ein Verbrechen zu diskreditieren. Es war klar, dass es eine Menge Indizien und Aussagen gab, die nicht vermieden werden konnten, da es so etwas wie ein mögliches perfektes Verbrechen nicht gibt. Schon während sie mit einer Anklage rechneten und sich die teuersten Rechtsanwälte gesichert hatten, wurde mit bestimmten Methoden daran gearbeitet, Indizien zu entwerten:

Leichengeruch: Zuerst wurde mit Hilfe des Zapata Falles in den USA versucht, die Spürhunde als unglaubwürdig und nicht verlässlich zu zeichnen, was sich als Trugschluss herausstellte, als es trotz allem eine Verurteilung in dem Fall gab. Die sechs Leichen während Kate's Arbeitszeit wurden nur belächelt und die Vertuschung im Jersey Kinderheimskandal war zu offensichtlich, um die Hunde damit zu diskreditieren. So wurde offensichtlich ein Plan gestrickt, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und einerseits den Mann, der es gewagt hatte sie zu verdächtigen und nicht innerhalb der "Regeln" spielte, in Verruf zu bringen, und gleichzeitig den Leichengeruch ein für alle Mal zu erklären. Verwandte hatten schon früh den "Verdacht" geäußert, der Leichengeruch sei bewusst platziert worden. Also zerrten sie Goncalo Amaral mit Hilfe des durchgeknallten Anwalts Aragao durch die Instanzen um eine Verurteilung zu erreichen, die eine Basis für den Verdacht begründete, er hätte den Geruch bewusst im Apartment platziert. Obwohl das Urteil durch viel Druck von oben "nur" eine Falschaussage ergab, wurde das von der Presse (wohl durch den Pressesprecher) als Fälschen von Beweismitteln verkauft.

Smith: Die Tatsache, dass der Ire Martin Smith mit hoher Wahrscheinlichkeit Gerry McCann gesehen hatte, als er ein Kind Richtung Küste trug, wurde so lange wie möglich von ihnen und der Presse ignoriert. Als aber die Dokumentation von Goncalo Amaral ausgestrahlt wurde, kamen Sie nicht mehr umhin, diese Sichtung zu erwähnen. Sie wurde einfach in ihre "Entführungstheorie" eingebaut und entscheidende Tatsachen wurden verschwiegen oder verändert. Die Tatsache, dass er Gerry erkannt zu haben glaubte, wurde damit abgetan, dass es nicht in den Zeitablauf gepasst hätte und dass Gerry ja ein Alibi im Restaurant gehabt hätte. Dass dieses Alibi aber nie erhärtet werden konnte, weil sie nicht an der Rekonstruktion in Portugal teilnahmen, wurde natürlich nicht erwähnt. Der Zeuge war zudem vorher massiv bedrängt worden und hatte sich dazu bei der irischen Polizei geäußert.

Jeremy Wilkins: Die Tatsache dass die Aussage von Jane Tanner durch die Aussage von Jeremy Wilkins ad absurdum geführt wurde, wurde in der McCann "Dokumentation" damit abgetan, dass ein Ex-Polizist im Lohn der McCanns kommentierte, dass Unstimmigkeiten in Aussage immer vorkommen und dass es nicht wirklich wichtig wäre wo jeder zum Zeitpunkt der Sichtung gestanden hätte. Die Version von Gerry McCann die Jeremy Wilkins Aussage widerspricht wurde durch die "Dokumentation" im Bewusstsein der Massen manifestiert. Auch Jeremy Wilkins war zuvor massiv unter Druck gesetzt worden.

Mrs. Fenn: Mrs. Fenn's Aussage bezgl. des Kinderweinens am Dienstag wurde zuerst versucht auf den Mittwoch zu legen, den Tag an dem Rachael Oldfield im Apartment nebenan war und NICHTS gehört hatte. Dieses Weinen muss so wichtig gewesen sein, dass man die Tatsache, dass Madeleine sich bei ihrer Mutter beschwert hätte, an die Presse lancierte und noch nebenbei die PJ beschuldigte, dies veröffentlicht zu haben. Ausserdem wurde scheinbar der Presse suggeriert, Mrs. Fenn wäre unzuverlässig als Zeugin.

andere Indizien:
- Es gibt viele lächerliche Erklärungen für weitere kleinere Indizien. So wurde das Lüften des Renault Scenic über Wochen hinweg mit der Hitze erklärt und es wurden Beiträge in Foren lanciert, die erklärten, dass man das so im Süden wohl handhabe. Aber wer würde schon über Wochen auch nachts seinen Wagen mit geöffneter Heckklappe stehen lassen...?
- Die Tatsache, dass das Bett unter dem Fenster durchwühlt war während "Madeleines Bett" an der Tür kaum berührt schien, wurde mit einem Streit zwischen Kate und Gerry erklärt, nach dem Kate in dem Bett schlief. Eine Information, die die sonst so zugeknöpften McCanns sicher nur deshalb freiwillig preisgaben, weil ein entscheidender Fehler gemacht worden war.
- Das Waschen eines "Teeflecks" auf Madeleine's Pyjama.
- Das Waschen von Cuddlecat
- Die klare Lüge dass Cousin Michael Wright erst später als zweiter Fahrer im Mietwagenvertrag eingetragen wurde, obwohl der Vertrag vorliegt.
und vieles mehr...

Das einzige Indiz, dass bis dato noch nicht angegangen wurde ist die Aussage der beiden Doktoren vom Urlaub auf Mallorca 2006 bezüglich der merkwürdigen Gesten des David Payne. Da wird weiter hartnäckig geschwiegen in Zusammenarbeit mit der britischen Presse. Wie sollte man das aber auch erklären...?

Kommentare:

  1. Warum hat die Polizei keine Rekonstruktion der Ereignisse gemacht, da sie doch so viele Hinweise hat ? Das ist unverständlich!

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  2. Weil die Freunde der McCanns nicht gezwungen waren für die Rekonstruktion zurückzukommen und sie alle dies abgelehnt hatten.

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  3. Sie hätten die Rekonstruktion gleich nach den ersten Zweifeln und Unstimmigkeiten organisieren sollen. 1 Jahr später und wenn alle in England sind, dann ist es nur noch eine Alibiübung von seiten der Polizei!

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  4. Die Freunde waren ja schon kurz danach in England und der Druck auf die Polizei von portugiesischer wie auch britischer Regierungsseite, das ganze als
    Entführung zu behandeln, war immens. Man wartete halt auf die forensischen Ergebnisse, die immer und immer wieder von den Engländern verschleppt wurden.

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  5. Für eine Rekonstruktion braucht es keine forensischen Beweise. Man hätte diese auch im Falle einer Entführung machen müssen, so oder so. Der Ablauf des Abends war bereits nach den ersten Zeugenaussagen nicht klar. Das Zeitfenster für Madeleines Verschwinden war sehr klein und der Weg der/des Entführers unbestimmt. Die Polizei hat geschlampt. Das jetzt den Eltern unterzujubeln, ist unprofessionell.

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  6. Ich bin mal ganz doll gespannt was man über die DNA von Hewlett lesen wird. Ob sie mit der bisher unbekannten DNA aus dem App. der Canns übereinstimmt. Ich denke aber, wenn es unglücklich läuft dann "lässt" man sie übereinstimmen um einen Schuldigen zu haben.
    Nach Aussagen seines Anwaltes hat Hewlett nicht mehr all zu lange zu leben... da könnte man doch?
    LG

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  7. Die Polizei hat nicht geschlampt; jedenfalls nicht die hiesigen Beamten (ich lebe in Portimão). Die Elite in Lissabon hat effektiv monatelang etliche Versuche der hiesigen Polizei, die Eltern zu untersuchen, blockiert. Nachdem Amaral vom Fall geschoben wurde, war alles viel einfacher. Amaral ist uebrigens der Allererste, der sagt, dass die Polizei Fehler gemacht hat. Der groesste Fehler war, dass er und sein Team den Chefs in Lissabon und Faro nicht entgegenstand, und stattdessen weitgehend tat, was von ihm verlangt wurde: die Eltern wurden speziell behandelt, waren effektiv unantastbar.
    Amaral wollte von Anfang an eine Rekonstruktion. Er bekam nicht nur keine Unterstuetzung: es wurde ihm verboten, eine Rekonstruktion zu unternehmen.
    Wer diesen Fall verstehen will, muss bereit sein, eine Menge Information einzuholen. Johanna hat hier ein Super-Blog, wo alles - wirklich alles - was es ueber den Maddie-Fall zu wissen gibt, zur Verfuegung steht.
    Am 4. Mai 2007 fuhr der Britische Botschafter aus Lissabon nach Praia da Luz, um die McCanns persoenlich zu unterstuetzen - dabei gibt es in Portimão einen Konsul. Diese Tatsache waere eigentlich genug gewesen, um sofort Zweifel ueber diesen Fall zu erregen.

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  8. Dank Dir astro für deine Einschätzung und die netten Worte zum Blog. Grüße aus dem verregneten Deutschland ins sonnige Portugal.
    Y venceremos ;)

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  9. Wenn sogar Amaral gesagt hat, dass die Polizei Fehler gemacht habe, dann hat sie doch geschlampt. Nein, im Ernst: Die Polizei hat sich viel zu früh darauf versteift, die Eltern seien die Schuldigen. In diesem Stadium der Ermittlungen muss alles offen bleiben und intensivst nach dem Kind gesucht werden! Es ist doch klar, dass die Eltern, wenn sie merken, dass die Polizei sie im Visier hat, alle Beziehungen spielen lassen, die sie können. Somit hat das undiplomatische Vorgehen der Polizei, v.a. Amarals, die ganze Untersuchung torpediert. Es gibt nun keine Beweise gegen die Eltern, aber auch keine Beweise für eine Entführung. Und dies nur, weil die Polizei nicht objektiv genug war, zu Beginn nur Fakten zu sammeln, ohne vorzupreschen. Die Eltern dürfen in solch einer Ermittlung erst angeklagt werden, wenn hieb- und stichfeste Beweise vorliegen! Und die fehlen bis heute. Da kann Amaral noch viele Bücher über seine Interpretation von Indizien und mögliche Abläufe der Tat schreiben: Tatsache ist, dass die Untersuchung versaut ist. Der Zweifel, ob Madeleine entführt worden ist oder nicht, wird solange bestehen, bis sie oder ihr Mörder gefunden worden ist. Beweise finden sich heute keine mehr. Noch eine kleine Anmerkung: Ich befasse mich mit diesem Fall seit Madeleine verschwunden ist.

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  10. Ich danke "Wahrheitsfindung" für die Vertretung der McCanns in Deutschland. Es gibt ja hierzulande kaum Leute, die sich von dem Gewirr an Lügen haben beeindrucken lassen. Somit bleibt dann wenigstens die Ausgewogenheit hier gewahrt...

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  11. Hallo ,Johanna, du irrst, ich bin nicht whf. Ich lese in vielen blogs mit, schreibe aber höchstens sporadisch. Was mir Sorgen macht, ist, dass in allen deutschsprachigen blogs und natürlich die 3A's ihre Kritikfähigkeit verloren haben und dass nach jeder neuen Nachricht gleich die Mc Canns Schuld sind. Ein bisschen kritische Distanz kann im Madeleine - Fall sicher nicht schaden. Zur Zeit ist nur das Forum in kidnapping.be ausgewogen und es wird dort auf hohem Niveau diskutiert. Hier scheinen sich immer die gleichen Leute gleich zum gleichen Thema zu äussern. Schade!

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  12. wer oder was ist whf? *g*

    Wenn man nun einmal aufgrund der Hunde, der Lügen und der in diesem Artikel genannten Indizien davon überzeugt ist, dass Madeleine tot und die Eltern involviert sind, brauch ich keine kritische Distanz mehr. Dann möchte ich nur noch versuchen zu analysieren WIE es passiert ist und nicht zum hundertsten Mal gebetsmühlenartig denen widersprechen, die angeblich die Eltern immer noch als unschuldig ansehen. Wer den Fall 2 Jahre lang verfolgt hat, und immer noch glaubt sie lebe und wäre entführt worden, der hat halt 2 Jahre seines Lebens vertan.

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  13. Johanna sagte:
    Wer den Fall 2 Jahre lang verfolgt hat, und immer noch glaubt sie lebe und wäre entführt worden, der hat halt 2 Jahre seines Lebens vertan.

    Bedeuted das Johanna, dass falls Madeleine lebend auftaucht/gefunden wird (so unwahrscheinlich dies ist) Du dann 2 Jahre
    Deines Lebens vertan haettest..und ggf enttaeuscht sein wirst ?

    Ich habe lange Zeit an die Schuldigkeit der Eltern geglaubt, Haut de la Garenne hat das geandert, wenn wir die Schuldigkeit der Eltern primaer an den Hunden festmachen wollen - dann erklaere man mir das Versagen in Jersey---oder wollen wir das unter den Teppich kehren-weil sonst die Mord/Unfalltod/Verbringung der Leiche -Theorie nicht mehr so rund laeuft ?

    Ich bin auch fuer ein bisschen mehr kritische Distanz...sonst verkommt jede versuchte Diskussion zu einer Glaubensfrage..

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  14. In 2 Jahren lernt man stereotype Antworten wie deine kennen. "wirst du enttäuscht sein wenn sie auftaucht?" Ist eine Beleidigung und die lass ich nur zur Demo hier stehen.

    Auch die Schlußfolgerung, dass Jersey ein Versagen war und daher auch im Fall Madeleine die Hunde versagt haben ist uralt.

    Die Hunde haben in Jersey Knochenteile und unzählige Zähne inkl. Zahnwurzeln gefunden. Das eine Stück "Kokosnuss" scheint mir doch sehr convenient zu sein....

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  15. Hier ein paar Zitate aus dem offiziellen HDLG Bericht an die Presse, es wäre schön wenn man nicht auch hier Tatsachen bis zur Unkenntlichkeit verdrehen würde:

    "· Fragment of possibly human juvenile skull recovered from within a Victorian context
    of the excavation of north-western stairwell.
    · Burnt bone (pending species identification) from the context at the north-western
    stairwell
    · Burnt fabric and toys from anomalies within the grounds.
    · Lime at the base of a large hole that had been dug previously and reinstated for no
    apparent reason.
    · Human deciduous teeth from cellars three and four (sieving)
    · Human burnt bone from cellar 4.
    · Human bone from cellar 3
    · Human deciduous tooth from water cistern (sieving)""

    ""The EVRD alert indications were confirmed by intrusive archaeological excavation and
    sieving. A significant number of bone fragments and teeth have been recovered which have
    been corroborated as human both macroscopically and microscopically. The remains are at
    the present time undergoing forensic testing including carbon dating procedures. We have
    received various dating indicators which require clarification.
    Three indications by the human blood search dog were given in cellar one which, when
    subjected to presumptive testing, proved positive.
    Two indications by the human blood search dog were given in the cellar entrance hall which
    when subjected to presumptive testing proved positive.
    The EVRD provided alert indications in support of the human blood search dog.""

    ""It is important to note that a substantial amount of animal bone has been recovered from the
    site as a whole. The EVRD has ignored all such material whilst alerting to confirmed human
    remains. This tends to support the scenario above.""

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  16. Wo wir beim zitieren sind:

    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/crime/article6241652.ece

    Speziell relevant: der Teil ueber Grime und die Hunde. Wuerde schon gerne wissen ob Grime je den Author verklagt hat.

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  17. Warum sollte Grimes den Autor verklagen? Es wird ja ganz deutlich dargestellt, dass zwar die zum Teppichkehren geschickten Beamten versuchten, die Hunde zu diskreditieren, aber Grimes diese Kritik wohl zu widerlegen wusste. Eddie hat menschliche Überreste gerochen und es wurden welche gefunden. Es lagen genug tierische Überreste auf dem Gelände,die er nicht angezeigt hat. Was willst du mehr?

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  18. aha..und deshalb wurde der Fall auf Eis gelegt
    wie auch der Madeleine Fall....

    schonmal 'Mangel an Beweisen' gehoert ?

    Aber damit ist mir klar, dass mit Dir keine
    sachliche auf 'Beweismaterial' gestuetzte Diskussion moeglich ist..bei Dir scheinen Indizien fuer eine Verurteilung ausreichend zu sein..

    werd ja nur nie Richterin

    have a good life

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  19. Hast du noch nie von Indizienprozessen gehört? Hat schon für viele Verurteilungen ausgereicht. Ob das in diesem Fall ausreichend wäre, weiss ich nicht, eine genauere Untersuchung der Umstände des 180° Drehs von FSS, Medien und polizeilicher Untersuchung nach dem von Brown nachgefragten Rauswurf von Amaral, könnte das Ganze vielleicht klären.

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