
Da ich mich momentan in einem Teil der Welt aufhalte, in der der
Zugang zum Internet sich schwierig gestaltet, kann ich leider die
vielen Kommentare nicht beantworten und versuche dies auf diesem Weg.
Ich hätte mir den Anstieg der Besucherzahlen meiner bis dato vor
sich hin dümpelnden Seite nach der XY-Ausstrahlung nie vorstellen
können, bis vor einer Woche waren wir ein kleiner Kreis von
Interessierten, die sich zumindest grob mit den ursprünglichen Akten
auskannten. Ein Besucheranstieg um das 20-fache in den letzten Tagen
erstaunt mich, ist das Thema doch über 6 Jahre alt. Aber es zeigt
einmal wieder die Macht der Medien, die öffentliche Meinung und
Interesse mit dem Fokus auf bestimmte Themen steuern können. Daher
allen neuen Lesern ein herzliches Willkommen.
Was hat sich geändert seit der Crimewatch Ausstrahlung? Zwei
extrem wichtige Punkte gibt es inmitten von viel PR. Dies ist zum
einen die Vernichtung des einzigen Indizes für eine Entführung, das
es je gab: die Sichtung des „Entführers“ durch Jane Tanner. Das
dies auf eine Art und Weise geschah, die völlig unglaubwürdig ist
für die, die die ursprünglichen Aussagen Tanners zum Ablauf der
Sichtung und die örtlichen Gegebenheiten kennen (siehe The Invisible
Jane), mag eine tiefere Bedeutung haben. In jedem Fall ist es das
Ende der Entführungstheorie und entweder ein Angebot oder eine
Belohnung für Jane. Die Bedeutung spiegelt sich auch in den jüngsten
Kommentaren der einschlägigen Foren und Twitter nieder, die all
ihrer Argumente beraubt, nur noch auf Beschimpfungen zurückgreifen
können.
Der zweite Punkt ist die späte Würdigung der Smith Sichtung, die
einzige, die wirklich wichtig war von allen Fake-Sichtungen, denen
wir über die Jahre ausgesetzt waren. Und die einzige, die SEHR
MERKWÜRDIGERWEISE in den ersten Monaten NIE erwähnt wurde, obwohl
sie ein perfektes Indiz für eine Entführung gewesen wäre. Zumal
die Familie Smith zwar bereits kurz nach dem Verschwinden ihre
Aussagen machten, Herr Smith aber erst nach Rückkehr der McCanns im
September Gerry McCann als den Mann erkannte, der im Mai ein Kind auf
gleiche Art trug wie nun beim Aussteigen aus dem Flugzeug. Warum gab
es zwischen Mai und September keine Aufrufe des sonst so rührigen PR
Teams der Eltern? Warum sprangen die britischen Medien nicht darauf
an, als eine kurze Meldung über die Smiths in einer irischen Zeitung
gebracht wurde? Weil man genau wusste, dass diese Sichtung gefährlich
war? Und noch einen Tick gefährlicher wurde, als ich das einzige
Bild fand, dass Gerry McCann in genau so einer Hose zeigte, wie Aoife
Smith sie den Polizisten beschrieben hatte?
Die nun veröffentlichten beiden Phantombilder des Mannes, den die
Smiths gesehen hatten, wurden übrigens von den Privatermittlern
Metodo3 angefertigt, wenn man Herrn Smith glauben darf, ohne sein
Zutun. Meinen Informationen nach wurden sie nie, wie die McCanns
jetzt behaupten, der portugiesischen Polizei zur Verfügung gestellt,
tauchen nicht in den Akten auf, sondern wurden bei einer Razzia der
spanischen Polizei in den Räumen von Metodo3, bei der Unmengen von
Akten sichergestellt wurden, entdeckt. Goncalo Amaral wurde kurz
bevor er die Familie Smith noch einmal nach Portugal holen wollte,
abgesägt, sein Nachfolger vernachlässigte die Sichtung aus welchem
Grund auch immer.
Zu einigen Kommentaren möchte ich noch bitten sich ein wenig mit
den Basics vertraut zu machen, dem Ablauf des Abends z.B. und auch
die anderen Blogbeiträge zu lesen, die vielleicht einiges deutlicher
machen. Was meine Theorie angeht ist sie schließlich nur eine
Schlussfolgerung aus hunderten von Punkten und entstanden aus den
einzelnen Blogposts. Ich habe versucht deutlich zu machen, dass es
mehr als einen Ablauf am Abend des 2. Mai gegeben haben könnte, aber
dass es bereits am 2. Mai passiert ist, davon bin ich fest überzeugt.
Selbst wenn Scotland Yard hier vielleicht eine andere Theorie
verfolgt (verfolgen muss?) um dringend benötigte interne Informanten
nicht zu verscheuchen, die sich sonst strafbar machen würden. Auf
die Kleinigkeit, die exif Daten eines Photos zu ändern das erst drei
Wochen später zur Verfügung gestellt wurde, will ich gar nicht
eingehen. Die Aussagen der Putzfrau – die am 3. Mai übrigens nicht
im Zimmer war -, der Zustand der Betten, die Zeitspanne der
Entwicklung von Leichengeruch, die widersprüchlichen Aussagen bzgl.
des Zeitpunkts wann Madeleine zuletzt gesehen wurde und ob sie am
Vormittag Segeln oder Tennis spielen war und weitere Ungereimtheiten,
veranlassten mich zur Theorie. Bis jetzt habe ich noch keinen Beweis
erhalten, die sie widerlegen.
In Erwartung spannender Entwicklungen...