Dienstag, 19. Oktober 2010

Verbot des Buches von Goncalo Amaral aufgehoben (UPDATE)

Die Wahrheit über die Lüge darf wieder in Portugal gelesen werden. Unser Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit hat sich gelohnt. Ein Gericht in Lissabon hat der Berufung von Goncalo Amaral stattgegeben und das Verbot des Vertriebs aufgehoben. Gleiches gilt für seine Fernsehdokumentation.

Das Buch würde keine fundamentalen Rechte der Kläger verletzen heisst es in der Urteilsbegründung und das Gericht beruft sich vor allem auf die Europäische Menschenrechts-kommission und die portugiesische Verfassung, die Meinungs- und Pressefreiheit betreffend.

Die Richter verglichen den Inhalt des Buches mit der Schlussschrift der Staatsanwaltschaft zum Fall Madeleine und konnten keine Fakten im Buch finden, die sich nicht auch in den Akten befinden. Daher folgerten sie, bewege man sich auf dem Boden der Meinungsfreiheit, wie diese Fakten zu interpretieren seien und der Autor des Buches, Goncalo Amaral sei aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Inspektor ein Experte in der Interpretation von Fakten.

Die Richter sehen auch das Recht der McCanns auf Privatsphäre nicht verletzt, da sie sich selbst ja freiwillig dasselbe beschränkt hätten, durch ihre Öffnung den Medien gegenüber. Durch diese Öffentlichkeit, die sie selbst geschaffen hätten, haben sie die Meinungsäusserungen von dritten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu erdulden auch wenn sie den Ihren konträr seien.

(evtl. Korrekturen und Ergänzungen behalte ich mir bis zum Erhalt besserer Übersetzungen vor)

UND HIER DAS KOMPLETTE URTEIL IN ENGLISCH AUF JOANA'S SEITE

Kommentare:

  1. ja, ja Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!! Es wurde auch höchste Zeit dafür!!!

    LG Sibylle

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  2. Genau so ist es und das habe ich immer in Bezug auf den Presserummel gesagt, den sie selbst veranlasst haben. Nach dem Motto: 'Die Geister, die ich eif, werd ich nun nicht mehr los.'

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  3. Vielen Dank für deine Arbeit, Johanna.
    PS: Ich glaube, der Beschluss ist am Gericht in Evora/Algarve gefasst worden, nicht in Lissabon
    ;-)
    LG,
    Cody

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  4. habe das buch wenige monate nach ersterscheinen ins deutsche übersetzt. leider hat dann der argo verlag kurz davor die übersetzungsrechte erhalten.
    na ja - hauptsache amarals buch darf wieder verkauft werden!
    jj

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  5. Gute Richter! Hier stimmen Rechtsprechung und Gerechtigkeit überein. Ich bin ganz überrascht!
    Marion

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  6. Vermutlich bekommen die Eltern der vermissten Maddie jetzt "kalte Füße".
    Eines Tages wird sicherlich die Wahrheit ans Licht kommen.
    Man kann nur hoffen, dass sehr viele Menschen das (fachliche) Buch einens erfahrenen Kriminalbeamten lesen.
    Goncalo Amaral kann man nur gratulieren, dass er sich von der großen "Rechtsabteilung", die die Eltern für ihr Spektakel eingesetzt haben, nicht hat einschüchtern lassen.
    Ein Hamburger Kriminalbeamter

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  7. Das ist wohl wahr, wer hätte für seine Überzeugung schon diesem Druck standgehalten und er hält immer noch stand. Der Prozess wegen Verleumdung steht ja noch aus, sein Kapital noch eingefroren. Ich hoffe ganz heftig, dass dieses jetzige Urteil prophetisch für den nächsten Prozess ist.

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