Mittwoch, 12. Mai 2010

Indizienkette

Ein Indizienbeweis in einem Gerichtsverfahren liegt vor, wenn von dem Vorliegen einer oder mehrerer Tatsachen (Indiztatsachen) auf die eigentlich zu beweisende Haupttatsache logisch geschlossen werden kann. Die Indiztatsachen müssen im Prozess voll bewiesen sein, also zur Überzeugung des Gerichts feststehen. Zum Beweis dienen alle herkömmlichen Beweismittel


Tatsachen der Hauptbeweiskette:

Staatlich geprüfter Leichenspürhund meldet Leichengeruch hinter dem Sofa im Apartment und im Mietwagen der McCanns. Ausserdem im Schlafzimmer der Eheleute im Wandschrank und eine leichte Indikation im Blumenbeet im Garten des Apartments.

Staatlich geprüfter CSI Hund der ausschliesslich Blut anzeigt weist auf Blutspuren hinter dem Sofa im Apartment und im Mietwagen der McCanns hin.

Hinter dem Sofa unter den Fliesen und im Kofferraum des Mietwagens werden "Körperflüssigkeiten" entdeckt, die teilweise menschliche DNA enthalten. Obwohl aus der ersten Probe nur wenige (?) Informationen gefiltert werden konnten entsprechen ALLE gefundenen Allele denen von Madeleine McCann.

Im Apartment 5A ist lt. Polizeirecherchen nie eine Person gestorben. Die Tatsache, dass Gerry McCann aussagt, Madeleine kurz nach 21:04! Uhr lebend gesehen zu haben, und Jane Tanner den Entführer mit dem Kind um 21:15 Uhr gesehen haben will, macht die Entwicklung von Leichengeruch und die Kontamination damit an 2 Stellen im Apartment und im Garten wissenschaftlich unmöglich, zumal Gerry McCann ja lt. Jeremy Wilkins, den er genau zu diesem Zeitpunkt traf, die ganze Zeit am Gartentor gestanden hat und zumindest die Kontamination im Blumenbeet unmöglich macht.

Entweder ist die 3fache Bestätigung einer toten Person im Apartment durch die o.g. Indizienkette falsch oder die Darstellung der Geschehnisse lt. Aussagen der beiden Hauptzeugen McCann und Tanner ist falsch. Beide sind nicht vereinbar miteinander. Dummerweise widersprechen sich aber auch die Aussagen der beiden Hauptzeugen in einigen Punkten:



Tatsachen der Nebenbeweiskette:


Diskrepanzen in den Aussagen der Personen, die zum Zeitpunkt der Entführung dem Tatort am nächsten waren:

Jane Tanner sagt aus, Gerry McCann und Jeremy Wilkins auf dem halben Weg zwischen dem Gartenausgang des McCannschen Apartments und der Rezeption gesehen und passiert zu haben. Direkt darauf sah sie den Entführer. -- An anderer Stelle spricht sie davon, dass die beiden am Tor gestanden hätten.

Jeremy Wilkins sagt aus dass er Gerry McCann am Gartenausgang des McCannschen Apartments getroffen habe aber weder Jane Tanner noch den Entführer sah.

Gerry McCann sagt aus, dass er Jeremy Wilkins gegenüber des Eingangs zur Rezeption getroffen habe, aber weder Jane Tanner noch den Entführer gesehen habe.

Auf einer menschenleeren, beleuchteten Straße ist es unmöglich, dass zwei! Personen eine dritte Person nicht bemerkt haben, die direkt an ihnen vorbeigeht. Vor allem wenn diese Person einem der Gruppe gut bekannt ist. Jeremy Wilkins ist der unabhängige Zeuge, seine Aussage kann man am ehesten als glaubhaft einstufen bei drei unterschiedlichen Aussagen. Das heisst, dass der Ort des Treffens das Gartentor war und Jane Tanner nicht an den beiden vorbeiging. Ging aber Jane Tanner nicht an den beiden vorbei, erklärt sich die Falschaussage von Gerry damit, dass er ihr den Weg frei zum Treffen mit dem Entführer "freimachen" wollte, indem er sein Treffen mit Jeremy Wilkins an einen anderen Ort legte. Als Schlussfolgerung aus diesen 3 unterschiedlichen Aussagen lässt sich nur entnehmen, dass Jane den "Entführer" entweder überhaupt nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt gesehen hat. Hätte sie ihn aber zu einem anderen Zeitpunkt gesehen, stellt sich die Frage warum hier gelogen werden musste. Die einzig mögliche Erklärung ist die Schaffung eines Alibis für Gerry McCann für genau den Zeitpunkt der Entführung.

Warum brauchte Gerry McCann aber ein Alibi für den Zeitpunkt der Entführung? Bei einer Entführung ist es normalerweise nicht nötig, dass ein Elternteil ein Alibi benötigt. Der einzige Grund für solch ein starkes Alibi kann nur der sein, dass eine glaubhafte Aussage droht, die Gerry an einem anderen Ort gesehen hat.
Die einzige Aussage, die Gerry an einem anderen Ort mit einer 80%igen Sicherheit sah, kam von der irischen Familie Smith, die einen Mann, auf den Gerry's Beschreibung passte und den Herr Smith später als Gerry mit besagten 80%igen Sicherheit identifizierte, mit einem "schlafenden" Kind auf dem Arm gegen 21:50 durch die Hintergassen von Praia da Luz Richtung Wasser gehen sah.

Von dieser Begebenheit konnte Gerry McCann aber am Abend des 3. Mai nur gewusst haben, wenn er auch wirklich derjenige war, der das schlafende Kind dort getragen hatte. Die Möglichkeit, erkannt worden zu sein, war dann so groß, dass das Alibi für 21:15 geschaffen werden musste, mit einem unabhängigen Zeugen an seiner Seite.

Diese Begegnung mit der Familie Smith muss so gefährlich gewesen sein, dass der vorherige Zeitplan, der keine Fragen offen ließ und in sich konsistent war, gegen einen neuen ausgetauscht werden musste, der viele der Diskrepanzen erst erzeugte, die hier bereits aufgeführt wurden.

Während der verabredete Zeitplan vorsah, dass die Entführung zwischen 21:30 und 22:00 Uhr stattfinden sollte, wie sich an der ersten Aussage Gerry McCanns zeigt, dass Matthew Oldfield Madeleine noch um halb zehn lebend gesehen hätte, musste nun die Entführung vorverlegt werden und Matthew musste nun aussagen, dass er Madeleine garnicht wirklich gesehen habe.

Soweit die recht einfach gehaltene Indizienkette, die meiner Meinung nach konsistent und logisch ist.

Weitere unterstützende Indizien wie entlarvende Körpersprache bei Interviews, die immer neuen Phantombilder, die nichts miteinander zu tun haben, entlarvene Versprecher bei Interviews, die kompletten forensischen Ergebnisse, die zumindest Indizienkraft haben, das Beharren auf einer Entführung vom ersten Moment an, das nicht durchgeführte Suchen des Kindes durch die Eltern nach der Entdeckung des Verschwindens,
das Märchen vom zerstörten Rolladen, die permanenten Versuche die portugiesische Untersuchung zu diskretitieren, mit Hilfe u.a. der Lüge, die Polizei hätte 50 Minuten gebraucht um vor Ort zu sein, und last but not least, der Versuch einen Unschuldigen zum Täter zu stempeln, können alle unterstützend den Gesamteindruck nur verstärken.

Auf die eigentliche Haupttatsache kann meiner Meinung nach mit Hilfe dieser Indizienkette logisch geschlossen werden. Dass Madeleine im Apartment starb, die Entführung inszeniert wurde und die Leiche versteckt wurde. Genau so lautete die Beschuldigung der portugiesischen Polizei als man das Ehepaar zu Arguidos machte. Hätte es nicht die massive Unterstützung der McCanns gegeben, von Seiten der britischen Regierung, der Medien und der engagierten Staranwälte, die mit dem Geld aus den Spenden finanziert wurden und psychologischen Druck auf die Untersuchungsbehörde ausübten, hätte diese Kette für eine Verurteilung auch ohne Leiche meiner Meinung nach ausgereicht.







Kommentare:

  1. Hallo Johanna,

    na das hast du hervorragen ausgearbeitet. Da muss eine wahnsinnige Arbeit hintergesteckt haben!!! Besser könnte auch die Polizei nicht gearbeitet haben. Und du hast die Aussagen ja nicht mal direkt sondern nur über die Aktenblätter mitbekommen. Ich glaube, du solltest sowas als Beruf machen. Das scheint dir zu liegen ;)Lass dich von Margit nicht ärgern. Aber ich denke, du liest lange genug mit um zu wissen, dass sie rumtrollt.

    LG Sibylle

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  2. Danke dir Sybille, ich habe nur versucht die Argumentationskette der portugiesischen Polizei, die zu dem Verdacht "conceilment of a body, staging of an abduction" führte, nachzuvollziehen. Margit hat mir da noch einen zusätzlichen Beweis geliefert, da die Polizei explizit nach der Gesichtsfarbe des Kindes fragte.
    Dafür gebührt ihr natürlich Dank *g*

    Analytik und Logik sind die hervorstechendsten Merkmale der Jungfrauen, neben der Kritiksucht. So stehts zumindest immer auf den Zuckerwürfeln...

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  3. Wenn eine versuchte, angeblich logische Beweiskette auf einer nicht beweisbaren Prämisse fusst (Hundegebell, keine beweisträchtige DNA: das sind aus guten Gründen keinerlei justiziable, verifizierbare Momente), dann kann das Ergebnis dieses Versuchs nur hochspekulativer und unbrauchbarer Bogus sein - so auch in Deinem Fall. Sorry, aber mal was von den Grundvorraussetzungen deduktiver Logik gehört?

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  4. Alleine das Wort "Hundegebell" zeigt aus welcher nicht-ernstzunehmenden Ecke du kommst.

    Wenn ein Leichenspürhund an einem Punkt in einem großen 4-Personen Apartment anschlägt, der CSI-Hund an genau der gleichen Stelle Meldung macht (und nur dort) und menschliche DNA daraufhin an genau der gleichen Stelle unter den Fliesen gefunden wird, dann ist die Schlussfolgerung eindeutig: Eine tote Person hat dort menschliche Körperflüssigkeit hinterlassen. Wenn sonst nie eine tote Person im Apartment war und die Körperflüssigkeit Anteile von Madeleine's DNA enthielt, gibt es nur eine logische Schlussfolgerung. Dass diese nicht ALLEINE vor Gericht ausreicht ist klar. Aber die weitere Beweisführung und die zig anderen Indizien hätten in einem normalen Fall zumindest den Versuch einer Anklage ergeben. Und wenn das alles so lächerlich ist, frage ich mich warum die McCanns monatelang zu recht als Arguidos rumliefen.

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  5. Weil die McCanns das Opfer eines verzweifelten, geltungssüchtigen Kommissars waren, der Resultate abliefern musste, weil intern schon einiges über seine ansonsten fragwürdigen Methoden bekannt geworden war.
    Menschliche DNA UNTER den Fliesen? Da haben die McCanns nach Maddies angeblichem Tod in dem Appartement auch noch den Boden neu gefliest?
    Gut, dass ich hier keine reale Tinte an Leute wie Dich vergeuden muss!
    Deine dilletantischen Einlassungen zeigen nur, aus welch fanatischer und unkritischer Richtung Deine Ansichten kommen - Hunden zu glauben, die Kokosnüsse als menschliche Überreste verbellt haben...
    Dass Euch paar verbliebenen Fanatiker keiner mehr ernst nimmt, liegt auch an Leuten wie Dir, die solch einen kolportierten Quatsch wie den angeblichen Leichengeruch etc. für bare Münze nehmen.
    Mein Mitgefühl gilt Madeleine: solche rachsüchtigen StreiterInnen, die nur daran interessiert sind, die Eltern ohne jegliche Beweise in den Knast zu verfrachten, aber ansonsten völlig uninteressiert an Madeleines Schicksal/Verbleib sind, hat sie nun wirklich nicht verdient.

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  6. Nach 3 Jahren weiss jeder mitlerweile genau, dass wenn so ein unbedeutender Blog plötzlich von Pros überrannt wird, der Nerv getroffen wurde.

    Ahja die Kokosnuss darf nie fehlen, die Knochen und Zähne werden wie immer unter den Teppich gekehrt. Dass Leute sich im Namen der Verteidigung ihrer Lieblingskinderalleinelasser wirklich dazu herablassen, auch das unsägliche Leid der Kinder in Haut-de-la-Garenne in den Dreck zu ziehen, zeigt wie sehr hier Kinderliebe im Vordergrund steht.

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  7. Die einzige, die das Leid aller misbrauchten Kinder in den Dreck zieht, bist Du mit deinen unverantwortlichen Relativierungen und Vereinfachungen.
    Du bist zu sachlichen Einlassungen und einer Diskussion offenbar nicht fähig - deshalb lasse ich das hier.
    Hier wurde übrigens kein Nerv meinerseits getroffen - was für eine primitive Küchenpsychologie!
    Aber anders kannst Du ja wohl nicht.

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  8. Naja ne Diskussion kann man das ja nun wirklich nicht nennen was du hier ablässt. Ausser haltlosen Andeutungen ohne jede Belege ist von dir nichts gekommen. Meine belegte Indizienkette konntest jedenfalls nicht in den Grundfesten erschüttern lol

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  9. Liebe Johanna,
    lass Dich nicht beirren.
    Das zeigt wieder einmal das hier eine Person schreibt die sich ihre "Weisheiten" aus Google-Übersetzungen holt und total falsch interpretiert.
    So ist das eben wenn man Null Ahnung hat und nur liest oder interpretiert was man lesen möchte.
    Du hast eine hervorragende Arbeit gemacht und nichts anderes geschrieben was auch in den Akten steht.
    LG
    Caro

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  10. Danke Caro. Wenn ich mich von sowas beirren ließe wäre ich schon lange nicht mehr hier :)

    Stimmt ich habe nur die Fakten aus den Akten in eine logische Reihenfolge gebracht um aufzuzeigen, wie die PJ zu der Fast-Anklage kamen. Das Zünglein an der Waage war der kleine Prozentsatz an fehlender DNA. Allerdings glaube ich dass mit den Indizien die vorhanden sind ein erfolgreicher Prozess möglich gewesen wäre, hätte es nicht den zusätzlichen Druck gegeben. Ihre "Bestrafung" wurde dann vom Oberstaatsanwalt dann so formuliert:

    ""the McCann arguidos, who lost the possibility to prove what they have protested since they were constituted arguidos: their innocence towards the fateful event""

    Keine Chance jemals ihre Unschuld zu beweisen...

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  11. anonym: die einzige hier die keine verantwortung gezeigt haben waren die mccanns die maddie ganz alleine mit 2 babies gelassen haben !
    ausserdem kennst du goncalo amaral persoenlich beziehungweise professionell dass du so ein urteil machst? Ich glaube nicht!

    Sorry Johanna für mein deutsch,lol
    Great job!
    XO Claudia

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  12. Danke für deine Arbeit, Johanna! Immer sehr interessant!

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  13. "Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis." - Porfiri zu Raskolnikow in "Schuld und Sühne" von F. Dostojewski

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  14. Anonym hat den Anfang des postings wohl nicht gelesen. Indizienbeweise sind mehrere bewiesene Tatsachen, die zusammengenommen, den Haupttatvorwurf logisch unterstützen. Es gab und gibt erfolgreiche Indizienprozesse in denen es keine Leiche und keine Geständnisse gibt. Da hilft auch Dostojewski nicht, I am afraid...

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  15. Ja @Anonym, wer lesen und logisch denken kann ist klar im Vorteil.
    Johanna hat das ja wohl hervorragend aus den Polizeiakten zusammen getragen und die McCanns wurden bis zum heutigen Tag nicht "Unschuldig" gesprochen sondern es wurde nur der Status "Arguidos" aus Mangel an Beweisen oder politischen Druck entfernt und die Akten ins Regal gestellt was eindeutig beweist das der Fall nicht abgeschlossen ist und die lieben Eltern immer damit rechnen dürfen, irgendwann doch einmal in die Falle zu tappen :-)
    Und jetzt schreib bloss nicht, sie seien Unschuldig. Dann möchte ich Beweise lesen wo das steht!

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  16. MMH
    Hervorragende Arbeit Johanna.Ganz ähnlich dem Schluß,den ja viele haben-ich auch, wobei ich nicht unbedingt von einem Unfall ausgehe, wie G.A. das in seinem Buch erläutert.
    Das Einzige, was ich nicht sicher weiß ist,ob es möglich ist,den geruch des Todes (ür den Leichenspürhund) zu übertragen- z.B. mit kontaminierter Kleidung,vielleicht auch blutiger Kleidung.Da weiß ich nicht sicher, ob der Hund dann eben nicht auch anschlagen würde, wenn z.B. die Kleidung des Täters längere Zeit im Auto gelegen hätte.Blutspuren wären damit auch übertragbar.
    By the way- hat sich eigentlich irgendjemand mal mit dem Hundeführer in Verbindung gesetzt ?
    LG
    Indiansummer

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