Dienstag, 23. Februar 2010

Die Verleumdung des Robert Murat

Nach der Bestätigung der Klage gegen Jane Tanner einerseits und gegen die drei Tapasniks Rachael Oldfield, Fiona Payne und Russell O'Brien andererseits stellt sich die Frage auf welchen Fakten diese strafrechtlichen Klagen (NICHT Zivilklagen) beruhen.


Jane Tanner:
Sie war diejenige, die den angeblichen Entführer in direkter Laufrichtung zum Eingang von Robert Murats Haus gesehen hat. Obwohl der wahrscheinlichere Weg eines Entführers in Richtung der Smith Sichtung gewesen wäre, alleine schon weil er sich damit den hellen Straßenlaternen und den angeblichen 3 Personen auf der Straße entzogen hätte.

Nachdem Robert Murat in den Focus der Ermittlungen gerückt war, einerseits durch die Anschuldigungen dreier Tapasniks, andererseits durch eine frühere Kollegin von Clarence Mitchell, wurde Jane Tanner zu einer Art Gegenüberstellung gebeten, die scheinbar unter Regie der britischen Polizei stattfand. Daher haben wir über den genauen Ablauf keine Unterlagen in den Akten, da die Briten darauf bestanden ihre Ermittlungen nicht veröffentlicht zu sehen. Wir haben allerdings das Buch von Goncalo Amaral, der folgendes für den 13. Mai berichtet:
Die Zeugin Jane Tanner wird in ein Überwachungsfahrzeug gesetzt, in das von außen keine Einsicht möglich ist, so daß sie ungesehen bleibt. Das Fahrzeug wird dort geparkt, wo Jane Tanner nach ihren Angaben den Entführer mit dem Kind auf dem Arm gesehen haben will. Dann gehen Ermittler mit Robert Murat denselben Weg, den der Entführer genommen haben soll. Jane besteht darauf, Rober Murat als den Entführer wiederzuerkennen. Sie bestätigt, wegen der Gangart Murats keinerlei Zweifel zu haben.

Wie bereits gesagt, gibt es in den Akten keine Bestätigung über diese Untersuchungsmaßnahme der Briten und der PJ. Allerdings finden wir in den halboffiziellen Rogatory Interviews die Stelle wieder. In diesem Interview gegenüber der Leicestershire Polizei druckst Jane allerdings so herum, dass man keine Bestätigung heraushören kann. Sie erwähnt dort allerdings, dass sie Robert Murat kurz vor der Gegenüberstellung Auge in Auge gesehen hat und ihn zu dem Zeitpunkt nicht als Entführer erkannt habe.

Ich gehe davon aus, dass Robert Murat als Arguido Einblick in die belastenden Aussagen und Berichte hatte und aus diesem Grund auch den britischen Bericht zur Gegenüberstellung im Überwachungswagen kennt. Dieser wird die Basis für seine Klage sein.


Die drei Tapasniks:
Es gibt keine anderen Zeugen ausser den drei o.g. Personen, die Robert Murat am Abend/in der Nacht des 3. Mai am Ort des Verschwindens gesehen haben wollen. Nur die drei Freunde der McCanns sagen dies aus. Eine Angestellte des Ocean's Clubs schliesst eine Anwesenheit nicht aus, kann diese aber auch nicht bestätigen. Zeugen die Robert Murat besser kannten und am Abend vor Ort waren, sagen genauso wie alle Beamten der GNR aus, dass er nicht dort gewesen sei. Erst sieben Monate später erscheinen Presseberichte in denen eine Nanny und zwei Frauen ihn an dem Abend gesehen haben wollen. Dies wurde aber nie zu Protokoll gegeben und scheint nur einmal mehr eine lancierte Meldung ohne Beweise zu sein.

Was sagten nun die drei Freunde aus, das Robert Murat einen großen Schritt weiter zum Sündenbock trieb?

Alle drei bestätigten, dass er sich zusammen mit Angestellten des Ocean Clubs und Polizisten die halbe Nacht um den Tatort herumtrieb und sich ihnen NAMENTLICH vorstellte. Hier wollte man wohl jede Verwechslung vermeiden.

Der einzige Mensch der Robert Murat zu Hilfe kam, war besagter Martin Smith aus Irland, der mit seiner Familie ja fast sicher Gerry McCann zum Strand gehen sah mit einem schlafenden? Kind auf dem Arm. Als er die Berichte hörte, mit denen man versuchte seine Begegnung mit Robert Murat zu verknüpfen, stellte er sowohl bei der Polizei als auch in der Presse klar, dass der Mann, den er gesehen hatte, keineswegs Robert Murat gewesen wäre, denn den kannte er vom Sehen.

Dieser Versuch Robert zu unterstützen wurde allerdings nur von einer irischen Lokalzeitung aufgegriffen, in der britischen Presse war davon natürlich erst einmal nichts zu lesen.

Als klar wurde, dass Robert nicht wirklich der Entführer sein konnte und die Aussagen von Herrn Smith über Gerry an die Presse zu gelangen drohten dadurch, wurde ein merkwürdiger Rückzugsplan in Szene gesetzt. Hier einmal der zeitliche Ablauf der Rehabilitierung von Murat durch Team McCann:

13.November 2007: Brian Kennedy und Metodo3 zusammen mit dem später wegen Drogendiebstahls angeklagten Antonio Jimenez arrangieren ein Treffen mit der PJ und übergeben ein kleines Büchlein mit angeblich inkriminierenden Details über Murat, Malinka und Michaela Walzcuch

November 2007: Brian Kennedy trifft Murat im Haus seiner Tante.

Dezember 2007: Charlotte Pennington und zwei dubiose Schwestern erscheinen in den britischen Zeitungen und behaupten Rober Murat in der Nacht des 3. Mai in der Umgebung des Oceans Club gesehen zu haben. Sie sind die ersten "Zeugen" ausserhalb der Tapas Gruppe, die sich allerdings erst nach SIEBEN Monaten bei der Presse melden.


1. Januar 2008: Die Daily Mail berichtet dass Kate McCann Freunden anvertraut hätte, dass sie Robert Murat für verdächtig halte.

4. Januar 2008: Herr Smith und seine Familie erscheinen zum ersten Mal in der britischen Presse und bestätigen kategorisch, dass es NICHT Murat gewesen sei, den sie an dem Abend mit einem Kind auf dem Arm gesehen haben.


7. Januar 2008: In einer ersten Rückzugsaktion um möglichen Verleumdungsklagen vorzubeugen erscheint ein Bericht über die Ähnlichkeit von Robert Murat und David Payne in der Presse. Die beiden sehen sich übrigens in keinster Weise ähnlich.


24. January 2008: Da die Ähnlichkeit zwischen Murat und Payne nicht existiert wird nun Herr Symington, ein Immobilienmakler von den Medien hervorgezerrt, der Murat noch ähnlicher sehen soll. Ich habe ihn gesehen und er ist ein Hänfling im Vergleich zu Murat. Dumm nur dass die Tapasniks Robert Murat mit Namen genannt hatten, da nutzt kein Versuch, das Ganze als Verwechslung darzustellen.


27. Januar 2008: Die McCanns lassen durch die Presse feststellen dass Murat nicht der Kidnapper sei.


Wieviel Schuld hier die Presse und die Steuerung derselben durch Herrn Mitchell an der Verleumdung von Robert Murat tragen, sollte meiner Meinung nach in einer weiteren Klage geklärt werden. Immerhin hatte Clarence Mitchell noch als Reporter am Soham Fall gearbeitet und die Vergleiche zu Ian Huntley dem Mörder der beiden Mädchen waren sehr früh durch seine frühere Kollegin Lori Campbell auf Murat ausgerichtet worden.

Alles in allem eine dreckige Angelegenheit finde ich.





Kommentare:

  1. Am 1. Januar 08 wies Kate McCann nochmals auf Murat hin. Sicherlich sorgte Mitchell für die Lancierung dieser Meldung in der Öffentlichkeit. Sie beschuldigte ihn nicht direkt... Typisch Michell, erst was behaupten und dann relativieren. Hauptsache die Ente ist raus. Der Rest rollt von alleine.
    http://www.mccannfiles.com/id218.html

    Über Mitchell und andere Spin doctors:

    http://www.brandeins.de/archiv/magazin/sagen-was-sache-ist/artikel/der-feuerwehrmann.html "Der Feuerwehrmann" - Interview mit Mitchell.
    Mitchell - läßt selbstkritische und kritische Töne anklingen und liefert auf dieser Schleimspur gleich seinen Spin mit ab, in der Hoffnung, daß es niemandem aufffalle.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Spin-Doctor Wikipedia - Spin-Doctors

    http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/zapp524.html ZAPP - Spindoctors

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2363032_0_9223_-gedenktag-fuer-maddie-vor-1000-tagen-verschwunden.html Stuttgarter Zeitung, 1000 Tage verschwunden, McCanns PR-Berater

    M.

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  2. je mehr ich lese, desto mehr könnte ich mich übergeben :-(

    "she moved on" - wie würde man das ins Deutsche übersetzen?

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  3. In diesem Fall betraf es ja Madeleine's Beschwerde dass die Eltern nicht gekommen wären. In diesem Fall bedeutet es wohl am ehesten dass die das Thema einfach fallen liess.

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